Startseite Foren Neuigkeiten Steueränderungsgesetz (ab 1.1.2004)

Dieses Thema enthält 1 Antwort und 0 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Genius vor 13 Jahre, 10 Monate.

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    Genius
    Keymaster

    Der Bundestag hat am 07.11.2003 das Steueränderungsgesetz 2003 verabschiedet.
    Entgegen dem ursprünglichen Gesetzentwurf sind Unternehmer danach künftig nicht mehr verpflichtet, die Steuernummer auf Rechnungen zu nennen.

    Stattdessen können sie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (sog. USt-ID-Nr.) angeben. Sollte eine USt-ID-Nr. noch nicht vorliegen, kann diese (unter Angabe von Steuernummer und Finanzamt) bei folgender Stelle beantragt werden:

    Bundesamt für Finanzen, Außenstelle Saarlouis, 66738 Saarlouis (Tel.: 06831 / 456444)

    Aus datenschutztechnischen Gründen empfiehlt es sich auf die Angabe der Steuernummer in der Rechnung zu verzichten und lediglich die USt-ID-Nr. anzugeben.

    Dem Unternehmer wird somit ein Wahlrecht zwischen der Angabe der Steuernummer, der USt-ID-Nr. oder Beiden eingeräumt. Eine der vorgenannten Nummern muss jedoch angegeben werden, da ansonsten der Vorsteuerabzug versagt wird.

    Ebenfalls verabschiedet wurde, dass der notwendige Inhalt der Rechnungen drastisch verschärft wird. Demnach sind künftig folgende Angaben zwingend in einer Rechnung (ab € 100 brutto) erforderlich, damit ein Vorsteuerabzug möglich ist:

    Pflichtanqaben Rechnunq ab € 100 brutto
    – Vollständiger Name, vollständige Anschrift und Steuernummer oder USt- ID-Nr. des leistenden Unternehmers.
    – Vollständiger Name und vollständige Anschrift des Leistungsempfängers (Ihre Anschrift)
    – Ausstellungsdatum der Rechnung
    – Fortlaufende, unverwechselbare Rechnungsnummer
    – Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung; bei Anzahlung der Zeitpunkt der Anzahlung
    – Aufschlüsselung nach Steuersatz
    – Menge und handelsübliche Bezeichnung der Lieferung oder sonstigen Leistung Ausweis des Nettobetrags
    – Hinweis nach § 13 b UStG auf Steuerbefreiungen oder ggf. Steuerschuldnerschaft des Empfängers
    – Anzuwendender Steuersatz

    Bei so genannten Kleinbetragsrechnungen (bis € 100 brutto) kann auf die Angabe der Steuernummer bzw. USt-ID-Nr. verzichtet werden.
    Jedoch werden künftig auch hier erhöhte Anforderungen an den notwendigen Inhalt der Rechnung gestellt, damit der Vorsteuerabzug gesichert bleibt.
    Demnach müssen Rechnungen über Kleinbeträge gem. § 33 UStDV bis zu € 100 brutto mindestens die folgenden Angaben enthalten:

    Pflichtangaben Kleinbetragsrechnung bis € 100 brutto
    – Den Rechnungsaussteller (vollständiger Name und Anschrift)
    – Die Menge und Art der Ware oder Leistung
    – Das Entgelt und den Steuerbetrag für die Lieferung und sonstige Leistung in einer Summe
    – Den Steuersatz
    – Hinweis auf evtl. Steuerbefreiung
    – Ausstellungsdatum

    Fehlt auch nur eine der aufgeführten Voraussetzungen der Rechnung , ist der komplette Vorsteuerabzug für diese Rechnung zu versagen.

    Es empfiehlt sich somit bereits jetzt eine erhöhte Aufmerksamkeit darauf zu richten, Rechnungen daraufhin zu prüfen, ob diese den vorgenannten Anforderungen gerecht werden.
    Stellt sich heraus, dass die Rechnung in den wesentlichen Punkten den Anforderungen nicht entspricht, sollte der jeweilige Lieferant gebeten werden, eine berichtigte Rechnung zu erstellten. Der Lieferant ist zur Ausstellung einer ordnungsgemäßen Rechnung verpflichtet.
    Bei einer Weigerung zur Rechnungsberichtigung oder Rechnungserteilung des Lieferanten wäre ggf. zu prüfen, ob ein Zurückbehaltungsrecht gern. § 273 BGB des ausstehenden Rechnungsbetrags geltend gemacht werden kann.

    Die Geltendmachung von Vorsteuern aus unvollständigen Rechnungen begründet künftig immer die Gefahr der Wertung seitens der Finanzbehörden als Steuerverkürzung oder sogar der Steuerhinterziehung.
    Es gilt daher, im eigenen Interesse, künftig vermehrt darauf zu achten, dass die Rechnungen vollständig sind, da nur dann ein Vorsteuerabzug möglich ist.

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